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Applikationsschrift 102

Häufig gestellte Fragen über Fehlersuche auf Leiterplatten


 

Die Fehlersuche auf Leiterplatten wird mit steigender Packungsdichte und dem Einsatz von Multilayern immer schwieriger. Hier sind einige Antworten auf häufig gestellte Fragen:

1. Der Polar Toneohm 950 kann Kurzschlüsse zwischen Vcc und Gnd-Lagen auf Multilayer-Boards lokalisieren. Warum sollte ich diese Fehler suchen, da dies ja das Problem des Leiterplattenherstellers ist?

Anwender des Toneohm 950 berichten, dass über 90% der Kurzschlüsse zwischen Vcc und Gnd ihre Ursache im Bestückprozess haben. Bevor der Toneohm 950 zur Anwendung gelangte, nahmen die Anwender an, dass jeder Kurzschluss zwischen Vcc und Gnd in der Leiterplatte selbst lag. Die Mehrheit der Leiterplattenhersteller testen die Boards sehr detailliert speziell auf Innenlagenschlüsse. Die häufigsten Ursachen von Vcc-Gnd Kurzschlüssen  auf bestückten Baugruppen sind jedoch Zinnbrücken unter SMD-Stützkondensatoren. Diese sind sehr einfach mit dem Toneohm 950 lokalisierbar. Andere Ursachen sind fehlplazierte SMD´s welche Kurzschlüsse zu PGA´s oder bedrahteten Bauteilen aufweisen. Ein hoher Prozentanteil dieser Fehler kann einfach repariert werden.  

2. Wie hoch ist die Lebensdauer der Prüfspitze des FT100s Flying Probe Testsystems. 

Auf sauberen, flussmittelfreien Baugruppen kann die Lebensdauer mehrere hundert Stunden betragen. Wenn jedoch die Boards Flussmittelrückstände oder Oxydschichten aufweisen, so kann die Lebensdauer beträchtlich reduziert werden. Saubere Komponenten ermöglichen eine wesentlich einfachere Fehlersuche mit dem FT100s. Die Prüfspitzen des FT100s sind jedoch identisch mit jenen, die auch in Nadelbettsystemen verwendet werden und sind sehr preisgünstig.  Wenn Sie einen anderen Anbieter einsetzen als die Original-Polar Prüfspitzen, so spezifizieren Sie die Federkraft mit 120 Gramm..

3. Kann der FT100s auch mittels Gerber-Daten programmiert werden?

Gerber ist primär ein Format für die Leiterplattenherstellung und enthält nicht genug Information um ein optimales Prüfprogramm für den FT100s Flying Prober zu generieren. Deshalb empfehlen wir die Verwendung von Original-CAD Daten.  FTCam verarbeitet zwar Gerber-Daten, jedoch ist die Flexibilität bei der Programmgenerierung eingeschränkt. 

4. Wie kann ich Fehler ohne ein Gut-Muster finden?

Die Fehlersuche auf Leiterplatten erfordert Erfahrung und Übung. Es ist einfacher (erfordert jedoch immer noch Übung), wenn ein Gut-Muster zur Verfügung steht. Mit einem PFL Fehlerdiagnosesystem können die Daten eines Gut-Musters am PC gespeichert werden. Ohne ein Gut-Muster sollte man nach Schaltungsteilen suchen, die identisch aufgebaut sind. Prüfen Sie z.B. ob alle Datenleitungen und Adressleitungen gleiche Signaturen aufweisen. Hat die Baugruppe mehrere gleichartige Kanäle? Wenn ein Kanal in Ordnung ist, vergleichen Sie die anderen damit. Weist die Baugruppe einfache Logikbausteine auf? Wenn Ja, dann prüfen Sie diese mit der PFL780 Autokompensation in Quicktest. Damit wird die Logik mit einem Softwaresimulator überprüft. Zuguterletzt – Fehlerdiagnosegeräte können nicht zaubern. Sie arbeiten nur mit den Informationen die verfügbar sind. Seien Sie daher nicht überrascht, wenn Sie einige Boards nicht reparieren können. Mit Erfahrung steigt die Erfolgsrate, eine 100% Lösung gibt es jedoch nicht.  

5. Sie bieten den Toneohm Kurzschlusslokalisator gemeinsam mit den PFL Fehlerdiagnosesystemen im Paket an (PWS9090). Es besteht doch kein Bedarf an einem Kurzschlusslokalisator in einer Reparaturabteilung! 

Vielleicht ist der Name irreführend – Sie können den Toneohm auch zum Lokalisieren von Überlasten auf Daten- oder Adressbussen verwenden. Wir werden oft gefragt „Wenn 5 Bauteile an dem Bus oder dem Schaltungsknoten hängen – welcher ist der Fehlerhafte?“ Wenn der Fehler niederohmig ist – kleiner 200 Ohm (entspricht einer leicht ansteigenden vertikalen Signatur mit dem PFL) dann können Sie die Stromfolger- oder Lagenschlussfunktion zum exakten Lokalisieren des fehlerhaften Bauteils verwenden. Dies gilt gleichermaßen für eine Reparaturwerkstätte wie für eine Produktionsumgebung.  

7. Die bei uns gefertigten Leiterplatten sind zu komplex für den In-Circuit-Test mit einem Nadelbettadapter. Wir sind daher zu einem reinen Funktionstest übergegangen, welcher jedoch im Fehlerfall nur sehr begrenzte Diagnosefunktionen liefert...

Viele unserer Kunden setzen für diese Aufgabenstellung unsere FT100s Flying Probe Systems zur Fehlersuche nach dem Funktionstest ein. Für sehr geringe Stückzahlen ist jedoch ein PFL760 mit einer Auswahl an SMD Prüfspitzen eine hilfreiche Alternative. Wenn jedoch mehr als 10 Boards pro Tag zu reparieren sind (die Zahl hängt auch von der Größe und Komplexität der Boards ab) so ist der FT100s eine ökonomische Alternative.

8. Ich kann die IPC Daten nicht in die Toneohm 970 Software laden..

Verwenden Sie das 'Plot Netlist' Menü und dann das 'Read IPC' Dropdown-Menü.

Der File-Befehl des Toneohm 970 dient zum Speichern von Reparaturdatenbanken. 

9. Kann man mit dem Polar PFL auch RAM´s mit Pufferbatterien testen? 

Seien Sie vorsichtig. Einige CNC Maschinen speichern ihre Programme in batteriegepufferten RAM´s. Diese Daten können verloren gehen, wenn daran ein Digitaltest durchgeführt wird und das Board muss möglicherweise zum Hersteller zum Neuladen gesandt werden. Der digitale RAM-Test bedeutet, dass das RAM gelöscht und mit einem Muster von 1 und 0 beschrieben wird.  

Speichern Sie ein Referenzboard mit batteriegepufferten RAM´s nur dann, wenn Sie die erforderlichen Werkzeuge zum Neuladen der Originaldaten in das RAM zur Verfügung haben. 

 


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