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Applikationsschrift 112

Empfehlungen zur Vorgangsweise bei der Fehlersuche  


Zur erfolgreichen Fehlersuche auf Elektronikbaugruppen ist etwas Erfahrung notwendig. Polar Fehlerdiagnosesysteme stellen eine alternative Methode zum gewohnten Einsatz von Oszilloskop und DMM dar. Seien Sie daher nicht überrascht, wenn das Sammeln dieser Erfahrungen einige Wochen dauert.

Wo beginnt man?
Am Anfang ist es hilfreich, wenn man mit mehreren Defektboards und einem Gutmuster als Referenz arbeiten kann.
Verwenden Sie Kanal A und B um z.B. die Analog-Signaturen der Steckerleisten zu vergleichen. Achten Sie auf deutliche Abweichungen wie Kurzschlüsse oder Unterbrechungen, welche sich als vertikale oder horizontale Linien darstellen. Haben Sie fünf defekte Baugruppen gleicher Type, so empfiehlt es sich, zuerst an allen Boards die Steckerleisten zu überprüfen. Die große Anzahl verglichener Schaltungsknoten und die hohe Wahrscheinlichkeit eines Defekts durch eine Überspannung an einer Steckerleiste machen diese zum idealen Ausgangspunkt.
Verwenden Sie jedoch nicht zu viel Zeit nur an einem Board — es ist besser die fünf Boards zu Überprüfen und vielleicht einen oder zwei Fehler rasch zu finden als Stunden mit der Fehlersuche am ersten gewählten Board zu verbringen. Finden Sie keine Fehler an den Steckerleisten, so gehen Sie zu den größeren IC´s über und testen diese je nach Möglichkeit mit ASA, ICT und dem Verbindungstest. Arbeiten Sie sich schrittweise bis zu den diskreten Bauteilen durch.

Hinweis: Vermeiden Sie die ersten Übungen an Boards, welche sich hartnäckig allen früheren Reparaturversuchen widersetzt haben. Diese sollten vorerst zur Seite gelegt und erst dann in Angriff genommen werden, wenn man mit dem Fehlerdiagnosesystem gut vertraut ist.

Sind alle Abweichungen Fehler?
Wahrscheinlich nicht — vergessen Sie nicht, daß Sie die Fehlersuche vornehmen und das Fehlerdiagnosesystem Ihnen dabei behilflich ist, indem es auf Abweichungen hinweist. Wenn das Fehlerdiagnosesystem das Ergebnis FEHLER zeigt, bedeutet dies, daß der Vergleich von ASA, ICT oder der Verbindungstest eine Abweichung ergab.

Sie untersuchen anschließend die Abweichung und entscheiden ob sie entstand weil:

  • Schalterstellungen unterschiedlich sind
  • Potentiometer unterschiedlich eingestellt sind
  • eine andere Board-Version vorliegt
  • auf Gutmuster und Prüfling IC´s von verschiedenen Herstellern eingesetzt sind. (siehe AP101)
  • an einem Elektrolytkondensator getestet wurde, der eine hohe Toleranz aufweist
  • der Schaltungsknoten defekt ist!

Wie wird die wahre Fehlerursache bestimmt?
Um rasch zu bestimmen, ob die Abweichung durch einen echten Fehler oder durch eine der anderen Ursachen entstand, ist etwas Detektivarbeit nötig — prüfen Sie die Boardversion, achten Sie auf Verdrahtungsunterschiede Schalterstellungen und unterschiedliche Bauteilhersteller auf Gutmuster und Prüfling.

Arbeiten Sie auf einer Mikroprozessorbaugruppe und haben Kenntnisse über deren Funktion (d.h. Guardingprinzip und der Funktion von Adress- und Datenbus) dann verwenden Sie ASA und ICT in Kombination.

Wenn Sie mit dem Prinzip von Mikroprozessorschaltungen nicht sehr vertraut sind, wird empfohlen, den ASA und Verbindungstest zu verwenden und den ICT Logiktest zu negieren. Sie werden trotzdem in der Lage sein, 50-80% der Fehler nur mittels ASA und Verbindungstest festzustellen, ohne jedoch Guardingtechniken einzusetzen.
 

Hinweis:
Bei der Untersuchung der ASA Signaturen eines Datenbusses (oder Adressbusses) sollten gewöhnlich alle Leitungen gleiche Signaturformen aufweisen

Wenn Sie ASA und Verbindungstest oder ASA, ICT und Verbindungstest einsetzen, denken Sie daran, dass ein Fehler an einer Busleitung an allen Busbausteinen sichtbar wird, die mit diesem Schaltungsknoten verbunden sind. In Applikationsschrift AP107 und AP108 finden Sie weitere Hinweise darüber, wie man entscheidet, welcher Baustein den eigentlichen Fehler verursacht..

Unterschied zwischen AutoTest und Bibliotheksvergleich.
AutoTest sollte dann verwendet werden, wenn kein Gutmuster zum Vergleich zur Verfügung steht. AutoTest untersucht die Verbindungen am Baustein und führt eine Überprüfung der Designregeln durch (d.h. keine Kurzschlüsse an Ausgängen.) und verknüpft die Verbindungsinformationen mit einem mathematischen Modell des getesteten Bausteins. Stimmt das eingelesene Verhalten von Board mit der mathematischen Simulation überein, zeigt der PFL eine GUT-Meldung.

Der Bibliotheksvergleich wird verwendet, um einen Vergleich eines Gutmusters mit dem Prüfling oder zwischen gleichen Kanälen des Prüflings herzustellen. Der Bibliotheksvergleich führt keine mathematische Vorhersage der logischen Funktion des Bausteins durch. Er treibt einfach die Eingänge mit einer gültigen Anzahl von Testvektoren und zeichnet die Ergebnisse an den Ausgängen auf.

Beachten Sie, dass beim Quicktest-Vergleich der erste durchgeführte Test als Referenz dient. Nach Beendigung des Vergleichs eines bestimmten Bausteins zwischen Gutmuster und Prüfling, müssen die Referenzdaten wieder gelöscht werden. Der PFL ist dann bereit, neue Referenzdaten aufzunehmen.


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